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1. Lieber Herr Dr. Ruf, in der Praktikantenbefragung von ABSOLVENTA und CLEVIS wird die ZF AG hinsichtlich der Arbeitgeberqualität und der Arbeitgebermarkenstärke als absolut Spitze bewertet. Worauf führen Sie das zurück?
In der Studie werden Unternehmenskultur, Aufgabenspektrum und das Umfeld als die wichtigsten Determinanten für die Einschätzung der Arbeitgeberattraktivtät aus Praktikantensicht bestimmt. Die Besonderheit der Unternehmenskultur bei ZF ist maßgeblich auf das Stiftungsunternehmens zurückzuführen.
Praktikanten werden nicht als "billige Arbeitskräfte" gesehen, sondern werden vollumfänglich eingebunden. Das heißt u.a. auch, dass Ihnen verantwortungsvolle und inhaltlich reizvolle Projekt(teil)aufgaben übertragen werden. Und schließlich unternehmen wir mit dem Praktikantenprogramm "students@zf", das 2010 als drittbestes deutsches Praktikantenprogramm ausgezeichnet wurde, große Anstrengungen, um unseren Praktikanten und Graduanden neben einer fachlichen und überfachlichen Qualifizierung auch kulturelle und soziale Aktivitäten anzubieten. Ich bin überzeugt, dass solche Qualität sichernden Maßnahmen eine lohnende Investion in ein Talent Relationship Management darstellen.
2. ZF ist hier deutlich besser platziert, als viele deutlich bekanntere Unternehmen mit populären Endkundenmarken, die in den Arbeitgeberrankings aufgrund ihrer Bekanntheit immer ganz oben stehen. Was zeichnet einen Arbeitsplatz bei ZF aus, dass die interne Sicht so gut ausfällt?
ZF ist durch eine langfristige und nachhaltige Strategie geprägt, um als Stiftungsunternehmen die finanzielle Unabhängigkeit des Unternehmens zu wahren. Das Betriebsklima zeichnet sich dabei durch Mitarbeiterorientierung, kollegiale Hilfsbereitschaft und ein wertschätzendes Miteinander im Team aus. Diese Arbeitgeberqualitäten können zwar im Rahmen des Personalmarketings kommuniziert werden, allerdings scheint mir eine Überzeugung potenzieller Arbeitnehmer/innen durch "Erleben am eigenen Leib" wesentlich zielführender zu sein. Daher freut mich die Plazierung in der Studie sehr und bestärkt uns in unserem Ansatz.
3. In Ihrem Vortrag gehen Sie sowohl auf die kognitiven, als auch auf die emotionalen Elemente der Arbeitgebermarke ein. Welche der Faktoren sind nach Ihrer Ansicht wichtiger, um - wie hier - so nachhaltig positive bewertet zu werden?
Die kommunizierten Arbeitgeberqualitäten vieler Technologieunternehmen unterscheiden sich nicht gravierend und sind folglich für einen Bewerber oft nicht hinreichend differenzierend. Daher sind es häufig die emotionalen Assoiziationen, das Bauchgefühl, das bei der Wahl eines Arbeitgebers letztendlich entscheidet. Unternehmen aus dem B2C Geschäft profitieren im Rahmen des Personalmarketings auch von einer emotional positiv besetzten Produkt- und Unternehmensmarke. B2B-Unternehmen stehen diese Ausstrahlungseffekt nur sehr begrenzt zur Verfügung, daher muss im Rahmen des Employer Branding auch die "emotionale Dimension" ihre Berücksichtigung finden.
Lieber Herr Dr. Ruf, vielen Dank für dieses Interview. Ich freue mich schon sehr auf Ihren Vortrag zu diesem Thema und viele spannende Anregungen beim Personalmarketingkongress 2011.
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