Aktionskünstler Hans Rubin (www.dallidali.de) fasste den Konferenztag auf 205 mal 305 cm zusammen. Am Ende brachte das Bild durch die Versteigerung und zusätzliche Spenden 1.500 Euro für die Japanhilfe

Personalmarketingkongress 2011 trifft die Bedürfnisse von mittelständischen Unternehmen

Welche Chancen haben mittelständische Unternehmen, um im „War for Talents“ mit den großen und bekannten Marken zu konkurieren? Dieser Frage sind Teilnehmer und Referenten beim 4. Fachkongress für Employer Branding, Personalmarketing und Recruiting in München nachgegangen. Klare Antwort: Viele! Mittelständische Unternehmen verfügen zumeist über eine gute Unternehmenskultur und bringen eine hohe Qualtät als Arbeitgeber mit, lediglich durch die mangelnde Bekanntheit fällt dem Rückgrat der deutschen Wirtschaft die Gewinnung qualifizierter Mitarbeiter schwer.

Insgesamt 13 Referenten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden präsentierten den über 100 Besuchern in Vorträgen und Workshops wertvolles Know How für erfolgreiches Personalmarketing. Gleich zu Beginn der Veranstaltung präsentierte Edgar Jehnes vom Bundesverband Mittelständische Wirtschaft in seinem Impulsvortrag erschreckende Zahlen: „Rund ein Drittel aller vakanten Stellen für Führungskräfte sind derzeit nicht oder nur nach überdurchschnittlich langer Zeit besetzbar“.

HRler im Mittelstand sollen Multitalente sein

Die Gründe für diese Bekanntheits- und Imageproblem der mittelständischen Unternehmen sind vielfältig. Während in den Konzernen und Großunternehmen längst eigene Teams für das Employer Branding zuständig sind und ganze Social Media Redaktionen bloggen, twittern und facebooken, müssen in den klein- und mittelständischen Unternehmen häufig ein oder zwei Mitarbeiter die gesamte HR-Arbeit leisten und sich darüber hinaus noch entsprechende Marketingkompetenz aneignen, um das Unternehmen im Arbeitsmarkt zu positionieren.

„Für mich war es daher an der Zeit,“ so Veranstalter Peter Böttger, „das wir diesen Unternehmen ganz konkretes und handfestes Marketing-Know-How anbieten. Was haben klein- und mittelständische Unternehmen von den Best Practise Vorträgen großer Unternehmen, wenn sie die dort präsentierten Inhalte mangels personeller und finanzieller Resourcen niemals umsetzen können?“

Zu Gast bei Deutschlands führender Fachzeitschrift für Marketing, der Werben & Verkaufen, hätte die Überschrift der Veranstaltung nicht treffender sein können: „Marketing meets Human Resources“.

Von der Employer Branding Strategie über e-Mail- und Social Media Marketing bis hin zur erfolgreichen Zusammenarbeit mit Hochschulen und Anzeigengestaltung war der komplette Marketingmix Thema des Personalmarketingkongress.

Arbeitgebermarke schafft in erster Linie Orientierung

Das auch große Unternehmen sehr komplexe Inhalte für die Anforderungen von klein- und mittelständischen Unternehmen präsentieren können, zeigte der Leiter des internationalen Personalmarketings bei der ZF Friedrichshafen AG, Dr. Michal Ruf in seinem Vortrag. „Die Marke soll in erster Linie Orientierung für die Bewerber schaffen“, so seine Kernbotschaft und das gelingt eben am besten durch die emotionale Aufladung des Employer Brand.

Und wie Personalmarketing erfolgreich emotionalisiert werden kann, zeigten Frank Pieper und Mirko Derpmann von der Scholz & Friends Group aus Berlin. „Wenn die mittelständischen Unternehmen den selben Innovationsgeist in ihrem Personalmarketing wehen lassen, wie bei der Produktentstehung“, so Derpmann, dann müsse man sich keine Sorgen machen. „Gutes Personalmarketing ist keine Frage der Unternehmensgröße sondern der Prioritätensetzung“, erklärt der Kreativdirektor im Interview.

Das erstmals durchgeführte Konzept aus Workshops und Vorträgen fand bei den Teilnehmern hervorragenden Anklang. Alles sechs Workshops des Tages waren komplett ausgebucht, die Besucher nutzen die Gelegenheit vom exzellenten Know How der Workshopleiter etwas mitzunehmen. Und das war nicht wenig: Bei Sabine Vockrodt und Christian Hagedorn wurden Stellenanzeigen vor Ort

optimiert, kununu-Gründer Martin Poreda gab den Teilnehmern einen Social Media Fahrplan mit nach Hause, Dr. Torsten Schwarz zeigte worauf es im e-Mail-Marketing mit Bewerbern ankommt und Rudolf Kwiczalla sorgte für Klarheit in Sachen Tags und Keywords, damit Webseiten und Stellenanzeigen von den Suchmaschinen auch gefunden werden.

Studierende präsentieren exklusive Ergebnisse: Was Studierende wirklich von Arbeitgebern erwarten

Studierende bevorzugen direkte Ansprache durch Arbeitgeber
Studierende bevorzugen direkte Ansprache durch Arbeitgeber

Besonders hilfreich war für viele die Untersuchung, die Chrsitine Dresel und Jan Stromberg von den Studentenvereinigungen MTP und market-team im Forum präsentierten. Die beiden Studierenden haben exklusiv für den Personalmarketingkongress eine Befragung unter mehr als 500 Kommolitonen durchgeführt und präsentierten die Erkenntnisse „was Studierende wirklich von Arbeitgebern erwarten und welche Informationen sie in Sozialen Netzen suchen“. Klares Fazit: Studierende wollen in Workshops oder bei Hochschulmessen direkt von Unternehmen angesprochen werden, Auftritte bei XING oder anderen sozialen Netzen sind eher nachrangig. Ergänzend zu dem Vortrag zeigte der Leiter des Career Service der Hochschule Coburg, Achim Oettinger, in seinem Workshop, wie auch kleine und mittelständische Unternehmen erfolgreich mit Hochschulen zusammenarbeiten können.

„Das Interesse mittelständischer Unternehmen am Personalmarketing ist enorm gewachsen,“ so Gastgeberin Sabine Vockrodt vom Verlag Werben & Verkaufen. „Es ist richtig und enorm wichtig, das wir uns dieser Veranstaltung konsequent dem Mittelstand zuwenden, denn das Handlungsbedarf vorhanden ist, zeigt allein die Teilnehmerzahl von mehr als 120 Kongressteilnehmern, die die Kombination aus Workshops und Vorträgen mit hohem konkreten Nutzwert in diesem Jahr erleben wollten.

Guter Nebeneffekt: Spende über 1.500 Euro für Erdbebenopfer in Japan

Als positiven Nebeneffekt brachte der Kongress noch eine Spende in Höhe von 1.500,00 Euro für die Erdebenopfer in Japan. Aktionskünstler Hans Rubin hat den kompletten Kongress in einem Bild festgehalten, das zum Abschluss für den guten Zweck versteigert wurde.